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Gastdienst

Wer bei der EZG mitarbeitet, bietet einen Gastdienst an. Häufig wird von „Vertretung“ gesprochen. Das ist aber nicht ganz richtig. Der/Die Gastdienstleistende vertritt zwar den/die Pfarrstelleninhaber/in bei Amtshandlungen (Taufe, Trauung, in der Seelsorge usw.), in Kreisen und Gruppen sowie in Gottesdiensten. Er/Sie hat aber keine Entscheidungsvollmacht in Fragen der Verwaltung, z.B. in Bau-Angelegenheiten. Er/Sie gehört auch nicht dem Kirchenvorstand an. Es ist wohl eine freundliche Geste, wenn er/sie zu den Sitzungen eingeladen wird.

Bei einem Gastdienst handelt es sich um einen Gast, der aushilft. Und einem Gast bietet man normalerweise ein ordentliches Quartier an, in dem er/sie es drei oder vier Wochen gut aushalten kann. Der Gast soll und will auch arbeiten. Oft kommt er/sie dafür von weit her und fühlt sich nicht ernst genommen, wenn ihm/ihr kaum Aufgaben in der Gemeinde anvertraut werden. Er/Sie will sich einbringen, Menschen begegnen und den pfarramtlichen Dienst versehen.

Außerdem ist es nicht gut für einen Gast, wenn er/sie bei gemeindlichen Uneinigkeiten Partei ergreifen soll.

Der/Die Gastdienstleistende ist wiederum gehalten, sich wie ein Gast zu verhalten. Er/Sie soll nur Ratschläge geben, wenn er/sie gefragt ist. Er/Sie hat zwar viele Erfahrungen und Ideen aus der früheren Arbeit, kennt aber die Strukturen, Empfindungen, Geschichten und Fähigkeiten in der gastgebenden Gemeinde nicht, auch nicht nach drei oder vier Wochen. So soll er/sie mit dem arbeiten, was er/sie vorfindet, und die Gemeinde nicht „umkrempeln“ wollen.

Wenn die „Chemie stimmt“ zwischen Dienst-Empfängern und Gastdienst-Leistenden, ist es gut, ja es kann daraus eine andauernde Beziehung entstehen. Wenn sie jedoch nicht stimmt, wird man mit der Situation behutsam umgehen und einander doch so nehmen müssen, wie Menschen eben sind.

Am Ende werden dann beide Seiten von den Gastdienst-Erfahrungen profitieren können.