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Was ist “Gastdienst”?

Drei Wochen nur die Katze füttern

Die wir bei der EZG mitarbeiten bieten einen Gastdienst an. Häufig wird von „Vertretung“ gesprochen. Das ist aber nicht ganz richtig. Der/die Gastdienstleistende  vertritt wohl den Pfarrstelleninhaber bei Amtshandlungen (Taufe, Trauung, in der Seelsorge usw.), in Kreisen und Gruppen und bei Gottesdiensten. Er/sie hat aber keine Entscheidungsvollmacht in Fragen der Verwaltung, z.B. in Bau-Angelegenheiten. Er/sie gehört auch nicht zum Kirchenvorstand. Es ist wohl eine freundliche Geste, wenn er/sie zu den Sitzungen eingeladen wird.

Gastdienst: Es handelt sich da um einen Gast, der aushilft. Und einem Gast bietet man normalerweise ein ordentliches Quartier an, in dem er es drei oder vier Wochen gut aushalten kann. Der Gast soll und will auch arbeiten. Oft kommt er dafür von weit her und fühlt sich nicht ernst genommen, wenn er drei Wochen lang nur eine Katze zu füttern hat. Nein, er will sich einbringen, Menschen begegnen und pfarramtlichen Dienst versehen.

Außerdem ist es nicht gut für einen Gast, wenn er/sie bei gemeindlichen Uneinigkeiten Partei ergreifen soll.

Der Gastdienstleistende ist wiederum gehalten, sich wie ein Gast zu verhalten. Er soll nur Ratschläge geben, wenn er gefragt ist. Er/sie hat wohl viele Erfahrungen und Ideen aus der früheren Arbeit, kennt aber die Strukturen,  Empfindungen, Geschichten und Fähigkeiten der gastgebenden Gemeinde nicht, auch nicht nach drei oder vier Wochen. So soll er/sie „die Möbel stehen lassen“ und mit dem arbeiten, was er/sie vorfindet.

Wenn die „Chemie stimmt“ zwischen Dienst-Emfängern und Gastdienst-Leistenden, ist es gut, ja es kann daraus eine andauernde Beziehung entstehen. Wenn sie jedoch nicht stimmt, wird man mit der Situation behutsam umgehen und einander doch so nehmen müssen, wie er/sie ist – drei, vier Wochen lang.

Am Ende werden dann beide Seiten etwas  von den Gastdienst-Erfahrungen haben.