{"id":928,"date":"2020-01-01T18:20:24","date_gmt":"2020-01-01T18:20:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ezgj.de\/?page_id=928"},"modified":"2026-11-01T18:21:17","modified_gmt":"2026-11-01T18:21:17","slug":"angedacht-gedanken-zum-monatsspruch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ezgj.de\/?page_id=928","title":{"rendered":"Angedacht-Gedanken zum Monatsspruch"},"content":{"rendered":"<h3>November 2026<\/h3>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><strong>Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele V\u00f6lker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.<\/strong><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: right;\"><strong>Jesaja 2, 4<\/strong><\/h2>\n<p>Heute ist der Reformationstag. Ein Feiertag in neun Bundesl\u00e4ndern. Morgen beginnt der November. Am 1. November ist Allerheiligen. Ein Feiertag in drei Bundesl\u00e4ndern. Und dazwischen liegt das mittlerweile bundesweit gefeierte Halloween. Es ist \u00fcbrigens auch ein Fest mit irisch-christlichen Wurzeln. Je nach Gegend ziehen die Kinder von T\u00fcr zu T\u00fcr, singen und bitten um S\u00fc\u00dfes oder Saures. Der November hat es in sich. In unseren Breiten wird es fr\u00fch dunkel und er hat etwas Schweres an sich. Es sind die Gedenktage, die ihn schwer und traurig machen.\u00a0 Der 9. November ist einer der schwersten von ihnen. Es war jener Tag, an dem die Synagogen 1938 in ganz Deutschland von Nationalsozialisten angez\u00fcndet und zerst\u00f6rt wurden. Die Reichspogrom-Nacht. Viele Menschen sahen zu &#8211; unbeteiligt. Manche waren begeistert, machten mit und\/oder johlten. Nur Wenige waren entsetzt. Und nur sehr Wenige schritten ein. In Hannover stand die gro\u00dfe Synagoge an der sog. \u201eStra\u00dfe der Toleranz\u201c: da waren die reformierte und lutherische evangelische Kirche, dann kam die Synagoge und daneben die katholische Kirche. Heute ist dort, wo die Synagoge stand, ein kleiner Gedenkort.\u00a0 Am 9. November jeden Jahres gedenken wir\u00a0 der ermordeten Juden, meist wird die Stunde von Sch\u00fclerInnen gestaltet. RabbinerIn oder KantorIn beten das El Male Rachamim: G&#8217;tt voller Erbarmen, in dem Namen der Vernichtungslager benannt werden und das Kaddisch, das sog. Totengebet, in dem es auch um Frieden geht. Wir, die Nachfahren der T\u00e4tergeneration gedenken unserer Schuld. Und wir bekennen zusammen mit den Sch\u00fclerInnen, die die Namen der Ermordeten vorlesen und wei\u00dfe Rosen niederlegen, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Erinnerungskultur nennen wir das. Und wir wissen, dass diese Kultur von der Unkultur der alten und neuen Rechtsextremen ignoriert und bek\u00e4mpft wird. Und wir wissen, dass mehr und mehr\u00a0 antisemitische Straftaten ver\u00fcbt werden. Darum ist jedes kleine Saatgut gegen dieses Gedankengut wichtig und sinnvoll.<\/p>\n<p>Ich hatte gerade meine Mitsch\u00fclerInnen, mit denen ich 1974 Abitur gemacht habe, zu Gast. Wir waren in der Rathaushalle in Hannover und haben uns die Stadtmodelle des Mittelalters, von 1939, 1945 und das nahezu aktuelle angesehen. 1939 war die Stadt fast unversehrt, nur die Synagoge geschw\u00e4rzt. 1945 war Hannover nahezu g\u00e4nzlich zerst\u00f6rt. Gemeindemitglieder erz\u00e4hlten mir von den Bombenn\u00e4chten, in denen sie als Kinder in Bunkern. u.a. in einem unter einer Kirche waren. Wie eng es war und wie gro\u00df ihre Angst war. Die Erwachsenen h\u00e4tten gebetet und leise gesungen und versucht, die Kinder zu beruhigen.<\/p>\n<p>Wir, die Generation, die in der Mitte der 50er geboren wurde, sp\u00fcrten die Nachwirkungen des Krieges in unseren Familien, bei unseren Lehrenden und nat\u00fcrlich in den Debatten, die nicht gef\u00fchrt wurden und um die wir sp\u00e4ter k\u00e4mpften. F\u00fcr die Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Shoa und gegen die Verherrlichung der Wehrmacht. Wir wissen, wie lange es w\u00e4hrt, bis die Traumata von Gewalt und Krieg bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen, wenn sie es denn werden. Und wir stellen mit Entsetzten\u00a0 fest, dass das faschistische Gedankengut wieder zunimmt. Nicht nur im Osten, \u00fcberall in der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Dieser Bibelvers und sein Zwilling im Buch Micha ist ein Saatgut f\u00fcr den Frieden. In der j\u00fcngeren Geschichte wurde tats\u00e4chlich geschmiedet. 1983 in Wittenberg, auf dem Lutherhof. Zur DDR-Zeit. Friedrich Schorlemmer, damals Pastor an der Schlosskirche und viele Friedensaktive, aus der DDR und von anderswo, u.a. Friedrich von Weizs\u00e4cker waren dabei. Daraus folgte ein Logo, das ein Symbol f\u00fcr die west- und ostdeutsche Friedensbewegung wurde. (Bild)Von dieser bin ich gepr\u00e4gt und ich bin dankbar und stolz, dass die Hannoversche Landeskirche 2019 entschieden hat, Kirche des gerechten Friedens zu werden. Ich war in der Vorbereitungsgruppe. Etliche Friedensprojekte werden seitdem zuverl\u00e4ssig finanziell gef\u00f6rdert. Sie streuen Saatgut f\u00fcr den Frieden, die Woltersburger M\u00fchle z.B. und das Antikriegshaus Sievershausen. Damit wir, Junge und Alte, friedensf\u00e4hig werden und bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Hanna Kreisel-Liebermannft<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"955\" src=\"https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-1024x955.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1730\" srcset=\"https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-1024x955.jpg 1024w, https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-300x280.jpg 300w, https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-150x140.jpg 150w, https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-767x716.jpg 767w, https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-400x373.jpg 400w, https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899-1536x1433.jpg 1536w, https:\/\/www.ezgj.de\/wp-content\/uploads\/fleeceaufnaeher-schwerter-zu-pflugscharen-80980-9899.jpg 2033w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herkunft\/Rechte: DDR Geschichtsmuseum im Dokumentationszentrum Perleberg \/ Ruth Bergmann (Facts &amp; Files) (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\">CC BY-SA<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/nat.museum-digital.de\/object\/1337937\">Fleeceaufn\u00e4her: &#8222;Schwerter zu Pflugscharen&#8220; :: DDR Geschichtsmuseum und Dokumentationszentrum Perleberg :: museum-digital:deutschland<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>November 2026 Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele V\u00f6lker zurechtweisen. 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